top of page

Mengen sehen statt zählen:🤫🧩 Warum Zählen allein nicht reicht - und wie das Zehnerfeld zum Gamechanger wird 🚦

  • Verena, Mitgründerin der Charlie School
  • 28. Juni 2025
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 1. Aug. 2025

Du spielst mit deinem Kind ein Würfelspiel. Die vier ist gewürfelt, aber dein Kind fängt leise an zu zählen... eins, zwei, drei, vier“ – Ok, kann passieren. Nächste Runde: Eine 5 und du weißt, was jetzt kommt... eins, zwei, drei.... Kommt dir das bekannt vor? Auch nach zwanzig mal würfeln zählt Dein Kind weiterhin? Willkommen im echten Leben der Mengenerfassung!

Was ist Mengenerfassung überhaupt? 🤹‍♀️

  • Kurz gesagt: Mengen größer als 4 auf einen Blick erkennen – ohne jedes Mal abzählen zu müssen. Das ist die Vorstufe des Rechnens. Denn wer Mengen sofort als Zahl erfassen kann, hat es geschafft, sie zu strukturieren.

  • Klingt easy, ist aber für jedes Kind ein echter Meilenstein!

  • Wie erkenne ich, ob mein Kind noch zählt?

    • „Das sind fünf Äpfel.“ und: „Dein Kind muss jeden Apfel einzeln zählen, um zu wissen, wie viele es sind.“



Subitizing – das Zauberwort ✨

  • In der Fachsprache: „subitizing“.

  • Bedeutet: Kleine Mengen (meist bis 4 oder 5) sofort erkennen, ohne zu zählen.

  • Erwachsene machen das ständig (Stichwort: Würfelaugen beim Brettspiel).

  • Kinder? Müssen das erst lernen. Und das ist gar nicht so selbstverständlich, wie viele denken!

Warum tun sich so viele Kinder schwer damit?

  • Wir unterschätzen oft, wie komplex das ist!

  • Wir zählen, ohne nachzudenken – Kinder müssen das erst üben.

  • Abhängig von:

    • Entwicklungsstand (jedes Kind tickt anders)

    • Erfahrungen (viel gespielt = schnelleres Gefühl)

    • Sprache & Wahrnehmung (manche brauchen mehr Unterstützung)

  • Und: Im Alltag wird fast immer gezählt.


    „Wie viele sind das?“ – „Zähl mal nach!“


    Wichtig, aber wenn das rechnen beginnt, reicht es nicht!

Zählen hilft – aber reicht nicht! 🚫

  • Klar, Zählen ist wichtig.

  • Aber: Zählen ersetzt kein echtes Mengenverständnis.

  • Beispiel: Sieben Punkte auf dem Blatt.


    Die meisten Kinder: „Eins, zwei, drei, vier, fünf…“, Ablenkung? Wieder von vorn.

  • Ergebnis:


    ↳ Keine Vorstellung von der Menge als Ganzes.


    ↳ Kein „Bild“ im Kopf.


    ↳ Wie ein Puzzle, das du immer wieder auseinander- und zusammensetzt, statt das fertige Bild zu genießen.

Warum ist das so wichtig? 🧩

  • Mathe baut auf Mengenbildern auf!

  • Plus, Minus, Verdoppeln, Halbieren – klappt nur, wenn Kinder Mengen als Ganzes erfassen.

  • Wer Mengen sieht, kann sie zerlegen, vergleichen, ergänzen.

  • Wer immer nur zählt, bleibt im „Zahlenkorsett“ gefangen.

Entwicklungspsychologie: Wie entsteht Mengenverständnis?

  • Perzeptuelle Phase:


    Kleine Mengen (bis 4) werden direkt wahrgenommen. Drei Bonbons? Drei! Ohne zu zählen.

  • Zählende Phase:


    Alles über vier? Zählen, zählen, zählen.

  • Strukturierende Phase:


    Muster werden erkannt: Sechs Punkte = zwei Dreiergruppen oder fünf und einer.

  • Flexible Phase:


    Mengen werden flexibel zerlegt, ergänzt, verglichen. Acht? „Fünf und drei“, „vier und vier“, „sechs und zwei“ – je nach Situation.

Fazit: Jedes Kind hat sein Tempo. Mengenverständnis braucht Erfahrung, Wiederholung, viele Wege.

Das Zehnerfeld – der Gamechanger im Mengenlernen 🎲

  • Mein Lieblingswerkzeug: Zehnerfeld!

  • Kein Hexenwerk, sondern ein Rechteck mit zehn Feldern – fünf oben, fünf unten.

  • Warum genial?

    • Macht Mengen sichtbar.

    • Zeigt Muster (z.B. fünf oben, fünf unten = „verliebte Zahl“).

    • Hilft beim Vergleichen: Wie viele fehlen bis zehn? Wie viele sind mehr als fünf?

    • Fördert das Denken in Mengenbildern – und das brauchen Kinder zum Rechnen!

Alltagsszene: Zehnerfeld in Action

  • Du legst mit deinem Kind sieben Muggelsteine aufs Zehnerfeld.

  • Fünf oben, zwei unten.

  • Du fragst: „Wie viele sind das?“


    Dein Kind schaut, zögert, zählt vielleicht noch.


    Nach ein paar Runden:


    „Fünf oben, zwei unten – das sind sieben!“

  • Das Bild sitzt. Zählen wird Nebensache.

Didaktische Hintergründe: Warum ist das Zehnerfeld so wirkungsvoll?

  • Strukturierte Darstellung: Mengen werden systematisch angeordnet.

  • Mustererkennung: Mathematische Muster werden sichtbar.

  • Anknüpfung an den Zahlenraum bis 10: Fast alle Grundrechenarten starten hier.

  • Zahlbeziehungen: Kinder erkennen Zusammenhänge:


    „Fünf und fünf sind zehn“, „sechs ist eins mehr als fünf“, „acht ist zwei weniger als zehn“.

Entwicklungsbedingte Hintergründe: Wann lernen Kinder Mengen zu erfassen?

  • Zwischen dem 3. und 7. Lebensjahr – und das ist total individuell!

  • Manche sind mit vier schon „Mengen-Detektive“, andere brauchen bis zur Schule.

  • Wichtig: Kein Druck!


    Spielerisch, im eigenen Tempo, mit vielen Wiederholungen.

Typische Stolpersteine:

  • Immer wieder zählen, aber nie „sehen“.

  • Mengen verwechseln (z.B. fünf und sechs).

  • Bei größeren Mengen (ab sechs) den Überblick verlieren.

Lösung: Geduld, Ermutigung, viele spielerische Angebote!

Praxis: So förderst du Mengenerfassung im Alltag

1. Zehnerfeld-Spiel

  • Zehnerfeld malen/drucken.

  • Muggelsteine, Knöpfe, Legosteine drauflegen.

  • „Wie viele sind das?“ Erst schauen, dann zählen.

  • Muster variieren: „Fünf oben, zwei unten?“

2. Würfelbilder nachlegen

  • Würfeln, Zahl mit Steinen auf Zehnerfeld nachlegen.

  • Über Muster sprechen: „Drei nebeneinander – wie sieht das aus?“

3. Mengen schätzen

  • Vier Bonbons auf den Tisch.

  • „Wie viele sind das?“ Erst schätzen, dann zählen.

4. Mengen vergleichen

  • Zwei Mengen nebeneinander (z.B. fünf und sieben).

  • „Welche ist mehr? Wie viel mehr?“

  • Auf dem Zehnerfeld nachbauen.

5. Verliebte Zahlen entdecken

  • Zahlenpaare, die zusammen zehn ergeben (z.B. sechs und vier).

  • „Welche Zahl fehlt bis zehn?“

  • Sechs Steine aufs Zehnerfeld, „Wie viele fehlen bis zehn?“

6. Alltags-Mengen

  • Beim Kochen: „Wie viele Tomaten liegen auf dem Brett?“

  • Beim Spielen: „Wie viele Bauklötze hast du gestapelt?“

  • Beim Einkaufen: „Wie viele Äpfel liegen im Korb?“

7. Mengenbilder malen

  • Mengen (z.B. fünf, sieben, neun) als Punkte aufmalen.

  • Über Muster sprechen: „Wie sieht sieben aus?“

Warum ist das alles so wichtig?

  • Kinder, die Mengenbilder erkennen, rechnen später sicherer und schneller.

  • Sie verstehen Plus und Minus, weil sie Mengen als Ganzes begreifen.

  • Sie können Zahlen zerlegen, ergänzen, vergleichen.

  • Das ist die Basis für alles, was in Mathe noch kommt: Zehnerübergang, schriftliches Rechnen, Kopfrechnen.

  • Und: Sie entwickeln Freude an Mathematik. Wer Mengen sieht, fühlt sich sicher – und wer sich sicher fühlt, hat Spaß am Lernen!

Häufige Fragen von Eltern – und ehrliche Antworten

Mein Kind zählt immer noch alles ab. Ist das schlimm? Nope! Das ist ein normaler Entwicklungsschritt. Wichtig: immer wieder spielerische Angebote machen.

Ab wann sollte mein Kind Mengen auf einen Blick erkennen? Kleine Mengen (bis vier) meist im Vorschulalter. Größere Mengen brauchen Übung – und Zeit.

Brauche ich teures Material? Nope! Alles, was sich legen, stapeln oder schieben lässt, eignet sich: Muggelsteine, Knöpfe, Legosteine, Bohnen, Gummibärchen…

Was mache ich, wenn mein Kind gar kein Interesse zeigt? Mach das Thema zum Spiel – ohne Druck. Vielleicht entdeckt ihr gemeinsam neue Wege: Beim Kochen, Spielen, Basteln.

Fazit: Mengen sehen lernen ist der erste Schritt zum Rechnen verstehen! 🎉

Mengen zu sehen ist mehr als Zählen. Es ist die Grundlage für mathematisches Denken, für Sicherheit und Freude am Rechnen. Das Zehnerfeld? Unschlagbar – einfach, effektiv, spielerisch.

Mein Tipp: Probier’s aus! Legt gemeinsam Mengen, entdeckt Muster, spielt mit Zahlen. Und wenn’s mal nicht klappt – kein Stress! Jeder kleine Fortschritt ist ein Grund zum Feiern.

Viel Spaß beim Steine legen, Zählen, Schätzen und Staunen! Mathe kann so bunt, lebendig und spielerisch sein – versprochen. 💡🎲🧩

Du hast Fragen, Erfahrungen oder möchtest deine eigenen Spielideen teilen? Schreib mir gern – ich freu mich auf den Austausch!

 

 
 
 

Kommentare


bottom of page